Wo sind die Frauen im Facility Management? Wie kann die Frauenquote in der Branche erhöht werden?

Frauen im Facility Management - Webinar von Wowflow Facility Management Software

Diesen Fragen sind wir gemeinsam mit vier Damen aus der Führungsebene auf den Grund gegangen.

Entstanden ist die Idee für unsere Online-Podiumsdiskussion zum Thema “Frauen im Facility Management” durch eine Diskussion zwischen unserem CEO Drazen Ivanis und unserer Kollegin Tanja Schwärzler aus dem Marketing. Inhalt des Gesprächs: Müssen wir in unseren Texten gendern oder nicht? Ja, müssen wir. Vor allem, wenn wir auch Damen für unser Unternehmen im FM Dienstleistungsbereich begeistern wollen. Um herauszufinden wie es in der restlichen Branche mit der Frauenquote aussieht und wie man als Frau in eine Führungsposition gelangt, haben wir weibliche Führungskräfte zu einem Gespräch eingeladen – und durchaus interessante Einblicke bekommen.

Wie gelangt eine Frau in eine Facility Management Führungsposition?

Das war die erste Frage, die wir den vier Damen gestellt haben. Die Antworten durch die Bank: Ich bin da reingerutscht. Und zwar aus den verschiedensten Bereichen wie dem Labor, einer Karriere als angehende Rechtsanwältin, aber auch ganz klassisch aus der Immobilienbranche. Mittlerweile ist Katrin Schwarz Senior Maintenance Managerin bei OBI, Miriam Terner Head of Legal, Fleet and Facility Management bei den RegionalMedien Austria AG, Evelyn Groß Head of Facility Management bei der QPS Austria GmbH und Anette Weller Mitglied des Vorstands der Gegenbauer Holding.

Frau Groß und Frau Schwarz geben zu, dass man sich als Frau in der Branche immer wieder besonders durchsetzen muss – vor allem im Umgang mit diversen Dienstleistern. Evelyn Groß hat sich deshalb schon eine Art Statement-Katalog für die verschiedensten Situationen im Arbeitsalltag angelegt. Sie vermisst es teilweise als Gesprächspartnerin von der ersten Sekunde an für voll genommen zu werden – so wie das eben bei den meisten im FM tätigen Männern der Fall ist. Auch Frau Weller und Frau Terner ist diese Problematik nicht ganz unbekannt: Es kann schon einmal passieren, dass man als Frau gar nicht erst angesprochen wird. Dass man sich erst einmal Gehör verschaffen muss. Ein paar klare Worte helfen da meistens.

„Das sind alte Muster und manchmal dauert es auch ein bisschen bis die abgelegt werden.“

Anette Weller
Vorstandsmitglied Gegenbauer Holding

Laut Frau Weller hat sich aber gerade in den letzten fünf bis sechs Jahren viel in Bezug auf die Gleichberechtigung der Frauen getan. Der Gegenbauer Vorstand besteht mittlerweile aus drei Männern UND drei Frauen.

Das Berufsbild FM richtig kommunizieren

In einem Punkt sind sich die Damen allerdings auch einig: Das Berufsbild Facility Management muss anders kommuniziert werden. Wenn Frau Schwarz beispielsweise erzählt, dass sie im FM tätig ist kommt oft als erstes die Annahme: “Aha, in der Reinigung also.” Nein, nicht in der Reinigung. Das Facility Management ist ein extrem umfangreiches Tätigkeitsfeld. Dafür muss aber zuerst das entsprechende Bewusstsein geschaffen werden. Außerdem ist die Branche nicht nur für Männer interessant, sondern bietet genauso viele spannende Aspekte für den weiblichen Nachwuchs.

„Die meisten wissen einfach nicht was das Facility Management an sich ist. Da muss Aufklärung betrieben werden.“

Katrin Schwarz
Senior Maintenance Managerin bei OBI

Gerade Soft Skills sind oft eine große Stärke von Frauen, die auch im Facility Management bestens eingesetzte werden können und die Damen unter den Männern in gewisser Weise hervorstechen lassen. Aus der Erfahrung von Frau Groß kann gesagt werden, dass Probleme oft schnell, effizient aber auch empathisch von einer weiblichen Führungskraft gelöst werden. Wohingegen ihr männlicher Counterpart immer wieder auf das vorliegende Problem hingewiesen werden muss. Gerade auch aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung kann auf diese Leistungen hingewiesen werden. Als Facility Management Software unterstützen wir das natürlich gerne.

„Das Betriebsklima im Facility Management kann extrem von Frauen profitieren, weil wir oft empathisch sind und gute Kommunikations-Skills haben.“

Evelyn Gross
Head of Facility Management bei der QPS Austria GmbH

Wie können wir Frauen für das Berufsbild ansprechen?

Ein erster Schritt ist es, Frauen in Stellenanzeigen konkret anzusprechen. Leider passiert es immer wieder, dass die Headline zwar lautet: m/w/d – anschließend aber keineswegs mehr auf die interessierten Damen eingegangen wird.

Als zweiten Punkt nennt Frau Weller die Thematik “Frauen müssen sich im Unternehmen wohlfühlen”. Das muss schon von der obersten Führungsebene ganz konsequent durchgezogen werden. Wenn es z.B. nur eine Männerumkleide gibt und sich die Frauen hinter einem Vorhang umziehen müssen, dann ist da etwas falsch gelaufen. Außerdem ist es wichtig eine sichere Atmosphäre zu schaffen. Sollte es zu unangenehmen Situationen für eine Mitarbeiterin kommen, dann muss diese sich dazu äußern können und dürfen und – ganz wichtig – sie muss ernst genommen werden.

Auch beim letzten Punkt waren sich die Damen einig: Frauen in der Branche müssen sichtbar gemacht werden.

„Ein Schlüssel zum Erfolg: Die Gesichter hinter dem Facility Management sichtbar machen.“

Miriam Terner
Head of Legal, Fleet and Facility Management bei den Regional Medien Austria

Oft neigen Frauen dazu zurückhaltender und weniger selbstbewusst zu sein als ihre männlichen Kollegen. Darauf muss man als Führungskraft eingehen, die betreffende Person entsprechend fördern und anderen Kolleg*innen gegenüber sichtbar machen.

Das Fazit des einstündigen Gesprächs

Die Damen sind sich einig, dass während der Diskussion viel Potential aufgedeckt wurde. Einerseits um die Branche für Frauen sichtbarer zu machen, andererseits aber auch um Frauen im Facility Management hervorzuheben. Gemeinsam ist es immer ein bisschen einfacher, solch ein Vorhaben umzusetzen. Eine erste Idee, die aufgekommen ist: ein Imagevideo für Social Media. Natürlich wollen auch wir als Wowflow GmbH uns in der Zukunft an solchen Initiativen unserer Speakerinnen beteiligen!

Wir bedanken uns herzlich bei Miriam Terner, Anette Weller, Katrin Schwarz und Evelyn Groß für die spannende Gesprächsrunde und die interessanten Erkenntnisse!

Gerne können Sie sich hier die Aufzeichnung der Podiumsdiskussion ansehen:

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